109. Geschäftsbericht – Elektrizitätswerke des Kantons Zürich 16/17

Corporate Governance

Wahrgenommene Verantwortung

Die EKZ verpflichten sich zu einer transparenten und fairen Unternehmensführung. Ethische Grundsätze und der respektvolle Umgang mit Ressourcen bestimmen das Handeln der EKZ.

Ziel und Grundlagen

Ziel der Corporate Governance ist eine möglichst effiziente, effektive und transparente Unternehmensführung im Interesse aller Stakeholder. Dazu gehört auch die Überwachung des Managements. Folgende Dokumente bilden die rechtliche Grundlage für die Corporate Governance der EKZ:

  • das Gesetz betreffend die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ-Gesetz);
  • die Verordnung über die Organisation und Verwaltung der EKZ (EKZ-Verordnung);
  • das Geschäfts- und Organisationsreglement der EKZ (GO EKZ-Gruppe) mit Anhängen;
  • weitere Organisationsgrundlagen der operativen Geschäftsführung auf Basis anerkannter Regeln der Privatwirtschaft (z. B. Swiss Code of Best Practice).

Eigentümer

Die EKZ sind eine selbständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts. Der Kanton Zürich ist alleiniger Eigentümer der EKZ und stellt ihnen ein zu verzinsendes Grundkapital (§ 5 EKZ-Gesetz) zur Verfügung, das zurzeit nicht beansprucht wird. Über Beteiligungen gemäss § 11 EKZ-Gesetz geben die Erläuterungen im Anhang zur Jahresrechnung Auskunft.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat (VR) setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen. 2 Mitglieder delegiert der Regierungsrat direkt in den Verwaltungsrat, 13 werden durch den Kantonsrat gewählt. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre und deckt sich mit derjenigen des Kantonsrats. Die VR-Mitglieder nehmen innerhalb der EKZ-Gruppe keine Exekutivfunktionen wahr. Ihre Aufgaben basieren auf dem EKZ-Gesetz sowie der EKZ Verordnung und orientieren sich an den Bestimmungen des Aktienrechts. Dem Verwaltungsrat obliegen die Festsetzung der Strategie und die Oberleitung des Unternehmens sowie die Überwachung der Geschäftsführung in Analogie zu Artikel 716a OR.

Verwaltungsratsausschüsse

Der Verwaltungsrat konstituiert sich selbst und wählt seinen Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Sekretär. Der Verwaltungsrat kann Ausschüsse bilden und diesen besondere Aufgaben und Kompetenzen übertragen. Zurzeit bestehen drei Ausschüsse:

  • Der Leitende Ausschuss bereitet als Hauptaufgabe sämtliche Geschäfte des Verwaltungsrats vor und stellt diesem Antrag. Er überwacht zudem die Geschäftsführung der Geschäftsleitung.
  • Der Prüfungsausschuss hat zur Hauptaufgabe, ein umfassendes und effizientes Konzept für die externe und die interne Revision sicherzustellen. Er legt mit den Revisionsstellen die Revisionspläne fest und bildet sich ein eigenständiges Urteil über die durchgeführten Revisionen, die internen Kontrollsysteme sowie den Jahresabschluss. Überdies erlässt er Richtlinien zur Budgetierung, Rechnungslegung und Finanzierung.
  • Der Nominierungs- und Entschädigungsausschuss prüft und beantragt zuhanden des Verwaltungsrats die Bezüge seiner Mitglieder und der Ausschüsse, die Anstellung beziehungsweise Entlassung von Geschäftsleitungsmitgliedern sowie das Salärsystem für die Mitglieder der Geschäftsleitung.

Kantonsrätliche Kommission

Die Oberaufsicht über die EKZ-Gruppe wird vom Kantonsrat ausgeübt. Für die Wahrnehmung dieser Oberaufsicht ist die Aufsichtskommission über die wirtschaftlichen Unternehmen (AWU) zuständig. Sie ist jeweils für vier Jahre gewählt. Die Kommission hat Einsicht in die VR-Protokolle und lässt sich durch die Organe der EKZ regelmässig über den Geschäftsverlauf informieren. Für die Amtsdauer 2015 bis 2019 setzt sich die AWU per 30. September 2017 aus folgenden Mitgliedern zusammen: Präsident Beat Bloch, Zürich, CSP; Vizepräsident Beat Huber, Buchs ZH, SVP; André Bender, Oberengstringen, SVP; Reinhard Fürst, Illnau-Effretikon, SVP; Nik Gugger, Winterthur, EVP; Astrid Gut, Wallisellen, BDP; Beat Habegger, Zürich, FDP; Roland Munz, Zürich, SP; Martin Romer, Dietikon, FDP; Cyrill von Planta, Zürich, GLP; Eva-Maria Würth, Zürich, SP.

Externe Revision

Auf Antrag des Prüfungsausschusses wurde vom Verwaltungsrat die PricewaterhouseCoopers AG für ein weiteres Jahr gewählt.

Interne Revision

Die Interne Revision ist ein Führungsinstrument und unterstützt den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung bei der Erfüllung ihrer Überwachungs- und Kontrollaufgaben. Jährlich sind jeweils zwei interne Prüfungen geplant. Die Prüfungsthemen ergeben sich aus dem strategischen Prüfplan, der von der Geschäftsleitung vorgeschlagen und vom Prüfungsausschuss des Verwaltungsrats genehmigt und mit eigenen Themen ergänzt wird. Ernst & Young agiert in der Funktion als interne Revisionsstelle der EKZ-Gruppe.

Informations- und Kontrollinstrumente

Der Verwaltungsrat beziehungsweise seine Ausschüsse werden regelmässig durch die Geschäftsleitung über den Geschäftsverlauf und wichtige Ereignisse informiert. Sie verfügen vorab über folgende Instrumente zur Überwachung und Kontrolle der Geschäftsführung:

  • Quartals-, Halbjahres- und Jahresbericht
  • jährliche Genehmigung der strategischen Planung
  • jährliche Genehmigung der Mittelfristplanung (5 Jahre)
  • jährliche Genehmigung des Budgets
  • Hochrechnungen des laufenden Geschäftsjahrs
  • Berichte und Managementletter der externen Revisionsstelle
  • Berichte der Internen Revision
  • Risikobericht

Risikomanagement

Die EKZ-Gruppe betreibt ein auf die Bedürfnisse des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung ausgerichtetes Risikomanagement. Die Grundsätze der Risikomanagementpolitik werden vom Verwaltungsrat festgelegt. Die Geschäftsleitung ist verantwortlich für deren Konkretisierung und Umsetzung. Das Risikomanagement überwacht die Umsetzung der Risikogrundsätze.

Risikomanagement-Prozess

Die EKZ-Gruppe führt einmal jährlich ein strukturiertes und gesamtheitliches Risk Assessment durch. In diesem Prozess werden die wesentlichen Risiken identifiziert, bewertet und Massnahmen zur Risikominderung ergriffen. Beachtet werden die Markt-, Währungs-, Kredit-, Liquiditätsund Geschäftsrisiken, welche die EKZ-Gruppe daran hindern mkönnen, ihre qualitativen und quantitativen Unternehmensziele zu erreichen. Das Ergebnis der gruppenweiten Risikoanalyse wird einmal pro Jahr in einem Risikobericht zusammengestellt und dem Verwaltungsrat zur Kenntnis gebracht. Die wesentlichen Risiken aus dem Risikobericht werden auch als Information in der Erstellung des strategischen Prüfplans der Internen Revision beigezogen.

Internes Kontrollsystem

Das Interne Kontrollsystem (IKS) wirkt unterstützend bei der Einhaltung von internen sowie externen Gesetzen und Vorschriften, dem Schutz des Geschäftsvermögens, der Überwachung von Fehlern und Unregel­mässigkeiten sowie bei der Erfüllung der Anforderungen an die Buchführung und die finanzielle Berichterstattung. Das gruppenweite IKS wurde auch im Geschäftsjahr 2016/17 weiterentwickelt. Dabei hat die EKZ-Gruppe die Kontrollprozesse in wesentlichen Unternehmensprozessen und Geschäftsfeldern dokumentiert und beurteilt. Deren Qualität wird kontinuierlich überprüft und den veränderten Anforderungen angepasst. Über das Ergebnis dieses internen Bewertungsprozesses wird der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat jährlich Bericht erstattet.

Rechnungslegungsvorschriften

Die Rechnungslegung erfolgt in Übereinstimmung mit dem EKZ-Gesetz sowie den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild (True and Fair View) der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Bezüge

Die Gesamtentschädigung an den Verwaltungsrat belief sich im Berichtsjahr auf 483 000 Franken. Die höchste Entschädigung an ein Verwaltungsrats­mitglied betrug 84 600 Franken. Detaillierte Angaben zu den Verwal­tungsrats­honoraren finden sich im CR-Report. Die Entschädigungen an die Mitglieder der Geschäftsleitung beliefen sich auf insgesamt 1.959 Millionen Franken.

Informationspolitik

Die EKZ informieren sämtliche Stakeholder aktiv, umfassend, zeitgerecht und kontinuierlich. Sie publizieren die jährlichen Unternehmensergebnisse ausführlich mittels Geschäftsbericht und Medieninformationen. Im Laufe des Geschäftsjahrs berichtet die EKZ-Gruppe über ihre Innovationen und Dienstleistungen, wichtige Aktivitäten wie Netzausbauten und Engagements für die Region, aber auch über aktuelle Ereignisse wie grössere Stromausfälle. Der Internetauftritt ekz.ch bietet jederzeit eine aktuelle Übersicht über die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens.

Berichterstattung zur Nachhaltigkeit

Die Berichterstattung zur Nachhaltigkeit im EKZ Geschäftsbericht folgt den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI-G4). Ziel der GRI ist die internationale Standardisierung zur freiwilligen Berichterstattung über den ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungsausweis von Unternehmen.

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