109. Geschäftsbericht – Elektrizitätswerke des Kantons Zürich 16/17
urs rengel

Interview mit dem CEO

«Die Kunden schätzen unsere Innovationen»

Herr Rengel, die EKZ schliessen ihr Geschäftsjahr 2016/2017 mit einem Betriebsergebnis von 81.6 Millionen Franken ab, 15.7 Prozent besser als im Vorjahr. Zufrieden?

Ja, ich bin zufrieden mit dem Geschäftsjahr. Wir haben unseren gesetzlichen Auftrag erfüllt und unsere Kunden sicher, wirtschaftlich und umweltbewusst mit Strom versorgt – und zwar mit 100 Prozent erneuerbarer Energie. Unser Stromnetz war überdurchschnittlich zuverlässig. Wir verzeichnen eine Netzverfügbarkeit von 99.997 Prozent. Und auch finanziell war 2016/2017 in allen Geschäftsfeldern ein rundum gutes Jahr.

Da können Sie sich ja kaum mehr steigern …

Eine solche Haltung wäre kurzsichtig und gefährlich. Man kann und muss immer optimieren. Zudem sind wir einem sich immer rascher wandelnden Umfeld ausgesetzt. Wer hier stur nach dem Motto «Weiter wie bisher» handelt, hat langfristig keine guten Karten.

Warum haben Sie im Geschäftsjahr 2016/2017 erneut Produktionsleistung zugekauft und sich an der Repartner Produktions AG beteiligt?

«Wir gestalten die Stromversorgung der Zukunft aktiv mit»

Wir glauben an die Zukunft der Schweizer Wasserkraft. Sie ist und bleibt das Rückgrat der Stromversorgung in der Schweiz. Und sie ist ein wichtiger Pfeiler der Energie­strategie 2050 des Bundes. Wir sind überzeugt, dass die Stromproduktion aus Wasserkraft mittelfristig wieder rentabel wird. Es handelt sich hier um eine Investition in die Zukunft der Schweizer Wasserkraft mit eher langfristigen Gewinnaussichten.

Wie gestalten Sie die nähere Zukunft der EKZ?

Wir sind im aktuellen Marktumfeld gut aufgestellt, auch wenn es zukünftig eine Herausforderung wird, an die hervorragenden Ergebnisse des vergangenen Geschäftsjahrs anzuknüpfen. Aber Stillstand ist ja bekanntlich Rückschritt. Deshalb gestalten wir aktiv die Stromversorgung der Zukunft. 2018 nehmen wir in Volketswil die grösste Batterie der Schweiz in Betrieb, um Systemdienstleistungen anzubieten, und helfen so mit, das gesamt­europäische Stromnetz zu stabilisieren. Das ist aber nur eines von vielen Beispielen. Unsere Spezialisten arbeiten in allen Bereichen aktiv an der Gestaltung der Energiezukunft, sei es auf dem Gebiet der Eigenverbrauchs­gemeinschaften (EVG), bei der intelligenten Steuerung von Prosumer-Anlagen, bei ganzheitlichen Wärmelösungen oder beim virtuellen Kraftwerk.

Und was haben die Kunden der EKZ davon?

Diese Massnahmen verfolgen alle dasselbe Ziel: Wir wollen unsere Kunden auch in der etwas ferneren Zukunft sicher, umweltgerecht und wirtschaftlich mit Strom versorgen. Und wir wollen ihnen gleichzeitig den Umgang mit ihrer Energiewelt etwas einfacher machen.

Können Sie uns ein Beispiel geben?

Gern. Wir haben im Berichtsjahr die einfachste Strom­rechnung der Schweiz entwickelt. Unsere Kunden erhalten nur noch jene Fakten, die sie auch wirklich brauchen – einfach, verständlich und übersichtlich. Unsere Kunden sollen wissen und verstehen, wofür sie bezahlen. Natürlich bieten wir auf Wunsch weiterhin auch detailliertere Informationen an.

Wie entwickelte sich der Geschäftsbereich Elektroinstallationen mit EKZ Eltop?

Nach schwierigen Zeiten entwickelt sich EKZ Eltop seit einigen Jahren stabil und arbeitet in der Gewinnzone. Ich gehe davon aus, dass das auch in den nächsten Jahren so bleibt. EKZ Eltop wird ab Oktober 2018 zu einer Aktien­gesellschaft und soll weiterhin zum Ergebnis der EKZ beitragen.

Auf welche Innovation sind Sie besonders stolz?

Ich bin grundsätzlich auf die Innovationskraft der EKZ stolz: auf jede Innovation, die von den Kunden gut angenommen wird, ihnen einen Mehrwert verschafft und zukunftsgerichtet ist. Dazu gehört beispielsweise unser Angebot für Eigenverbrauchsgemeinschaften. Die EKZ werden EVG-­Lösungen aus einer Hand anbieten und damit ein neues Kundensegment mit hohem Wachstumspotenzial erschliessen. Die Kunden schätzen unsere Innovationen.

Welches war für Sie zusammengefasst der wichtigste Erfolgsfaktor im Berichtsjahr?

Was mich auch in diesem Geschäftsjahr gefreut hat, ist das Engagement unserer 1370 Mitarbeitenden. Die EKZ beschäftigen Profis und Auszubildende in den unterschiedlichsten Berufsfeldern und sind ein attraktiver Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb für den Kanton Zürich. In den Netzregionen, bei EKZ Eltop in der Fahrweid und ihren 32 Standorten oder am Hauptsitz in Zürich treffe ich auf Leute, die uns weiterbringen wollen. Unsere Mitarbeitenden ziehen über die Abteilungsgrenzen hinweg am gleichen Strick. Das macht uns stark. Ich bin stolz, dieses Unternehmen führen zu dürfen.

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