110. Geschäftsbericht – Elektrizitätswerke des Kantons Zürich 17/18

Corporate Governance

Wahrgenommene Verantwortung

EKZ verpflichtet sich zu einer transparenten und fairen Unternehmensführung. Ethische Grundsätze und der respektvolle Umgang mit Ressourcen bestimmen das Handeln von EKZ.

Ziel und Grundlagen

Ziel der Corporate Governance ist eine möglichst effiziente, effektive und transparente Unternehmensführung im Inter-esse aller Stakeholder. Dazu gehört auch die Überwachung des Managements. Folgende Dokumente bilden die rechtliche Grundlage für die Corporate Governance von EKZ:

  • das Gesetz betreffend die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ-Gesetz);
  • die Verordnung über die Organisation und Verwaltung von EKZ (EKZ­-Verordnung);
  • das Geschäfts­ und Organisationsreglement von EKZ (GO EKZ-Gruppe) mit Anhängen;
  • weitere Organisationsgrundlagen der operativen Geschäftsführung auf Basis anerkannter Regeln der Privatwirtschaft (z.B. Swiss Code of Best Practice).

Eigentümer

EKZ ist eine selbständige Anstalt des kantonalen öffent­lichen Rechts. Der Kanton Zürich ist alleiniger Eigentümer von EKZ und stellt ein zu verzinsendes Grundkapital (§ 5 EKZ-Gesetz) zur Verfügung, das zurzeit nicht beansprucht wird. Über Beteiligungen gemäss § 11 EKZ-Gesetz geben die Erläuterungen im Anhang zur Jahresrechnung Auskunft.

Die wesentlichen Elemente der Eigentümerstrategie sind im EKZ-Gesetz festgelegt. Der Regierungsrat hat mit Beschluss Nr. 1197/2016 in Ergänzung zum EKZ-Gesetz die Eigentümerstrategie für EKZ präzisiert. Dabei formulierte er strategische und wirtschaftliche Ziele sowie Erwartungen des Regierungsrats an EKZ. Gemäss den Richtlinien über die Public Corporate Governance (PCG-Richtlinien vom 1. April 2014) erstellt die zuständige Fachdirektion des Regierungsrats jährlich für jede bedeutende Beteiligung einen Bericht über die Umsetzung der Eigentümerstrategie und unterbreitet diesen dem Regierungsrat zur Kenntnisnahme. Die zuständige Fachdirektion beurteilt dabei die strategischen und finanziellen Risiken und beantragt dem Regierungsrat gestützt darauf die notwendigen strategischen Festlegungen oder Korrekturmassnahmen.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat (VR) setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen. 2 Mitglieder delegiert der Regierungsrat direkt in den Verwaltungsrat, 13 werden durch den Kantonsrat gewählt. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre und deckt sich mit derjenigen des Kantonsrats. Die VR-­Mitglieder nehmen inner­halb der EKZ-Gruppe keine Exekutivfunktionen wahr.

Ihre Aufgaben basieren auf dem EKZ-Gesetz sowie der EKZ­-Verordnung und orientieren sich an den Bestimmungen des Aktienrechts. Dem Verwaltungs­rat obliegen die Festsetzung der Strategie und die Oberleitung des Unternehmens sowie die Überwachung der Geschäftsführung in Analogie zu Artikel 716a OR.

Verwaltungsratsausschüsse

Der Verwaltungsrat konstituiert sich selbst und wählt seinen Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Sekretär. Der Verwaltungsrat kann Ausschüsse bilden und diesen besondere Aufgaben und Kompetenzen übertragen. Es bestehen drei ständige Ausschüsse:

  • Der Leitende Ausschuss bereitet als Hauptaufgabe sämtliche Geschäfte des Verwaltungsrats vor und stellt d­iesem Antrag. Er überwacht zudem die Geschäftsführung der Geschäftsleitung.
  • Der Prüfungsausschuss hat zur Hauptaufgabe, ein umfassendes und effizientes Konzept für die externe und die interne Revision sicherzustellen. Er legt mit den Revi­sionsstellen die Revisionspläne fest und bildet sich ein eigenständiges Urteil über die durchgeführten Revisionen, die internen Kontrollsysteme sowie den Jahresabschluss. Überdies erlässt er Richtlinien zur Budgetie­rung, Rechnungslegung und Finanzierung.
  • Der Nominierungs- und Entschädigungsausschuss prüft und beantragt zuhanden des Verwaltungsrats die Bezüge seiner Mitglieder und der Ausschüsse sowie die Anstellung beziehungsweise Abberufung des CEO und der übrigen Geschäfts­­leitungs­mitglieder. Zudem legt er die Anstellungsbedingungen und das Salärsystem für die Geschäfts­leitungs­mitglieder fest und beschliesst über das Salär und die jährlichen Ziele des CEO.

Kantonsrätliche Kommission

Der Kantonsrat übt die Oberaufsicht über die EKZ-Gruppe aus und hat sie dazu der Aufsichtskommission über die wirtschaftlichen Unternehmen (AWU) unterstellt. Diese nimmt Einsicht in VR-Protokolle, lässt sich durch die Organe von EKZ regelmässig über den Geschäftsverlauf informieren und erstattet dem Kantonsrat Bericht. Die AWU ist jeweils für vier Jahre gewählt.

Die Kommission hat Einsicht in die VR­-Protokolle und lässt sich durch die Organe von EKZ regelmässig über den Geschäftsverlauf informieren. Für die Amtsdauer 2015 bis 2019 setzt sich die AWU per 30. September 2018 aus folgende­n Mitgliedern zusammen: Präsident Beat Bloch, Zürich, CSP; Vizepräsident André Bender, Oberengstringen, SVP; Reinhard Fürst, Illnau-­Effretikon, SVP; Barbara Günthard Fitze, Winterthur, EVP; Astrid Gut, Wallisellen, BDP; Beat Habegger, Zürich, FDP; Prisca Koller, Hettlingen, FDP; Roland Munz, Zürich, SP; Cyrill von Planta, Zürich, GLP; Eva­-Maria Würth, Zürich, SP; Christina Zurfluh Fräfel, W­ädenswil, SVP.

Externe Revision

Auf Antrag des Prüfungsausschusses wurde vom Verwaltungsrat die PricewaterhouseCoopers AG für ein weiteres Jahr gewählt.

Interne Revision

Die Interne Revision ist ein Führungsinstrument und unterstützt den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung bei der Erfüllung ihrer Überwachungs-­ und Kontrollaufgaben. Jährlich sind jeweils eine bis zwei interne Prüfungen geplant. Die Prüfungsthemen ergeben sich aus dem strategischen Prüfplan, der von der Geschäftsleitung vorgeschlagen und vom Prüfungsausschuss des Verwaltungsrats genehmigt und mit eigenen Themen ergänzt wird. Ernst & Young agiert in der Funktion als interne Revisionsstelle der EKZ-Gruppe.

Informations- und Kontrollinstrumente

Der Verwaltungsrat beziehungsweise seine Ausschüsse werden regelmässig durch die Geschäftsleitung über den Geschäftsverlauf und wichtige Ereignisse informiert. Sie verfügen vorab über folgende Instrumente zur Überwachung und Kontrolle der Geschäftsführung:

  • Quartals-, Halbjahres- und Jahresbericht
  • jährliche Genehmigung der strategischen Planung
  • jährliche Genehmigung der Mittelfristplanung (5 Jahre)
  • jährliche Genehmigung des Budgets
  • Hochrechnungen des laufenden Geschäftsjahrs
  • Berichte und Managementletter der externen Revisionsstelle
  • Berichte der Internen Revision
  • Risikobericht

Risikomanagement

Die EKZ-­Gruppe betreibt ein auf die Bedürfnisse des Verwal­tungsrats und der Geschäftsleitung ausgerichtetes Risikomanagement. Die Grundsätze der Risikomanagement­politik werden vom Verwaltungsrat festgelegt. Die Geschäfts­leitung ist verantwortlich für deren Konkretisierung und Umsetzung. Das Risikomanagement überwacht die Umsetzung der Risikogrundsätze.

Risikomanagement-Prozess

Die EKZ-­Gruppe führt einmal jährlich ein strukturiertes und gesamtheitliches Risk Assessment durch. In diesem Prozess werden die wesentlichen Risiken identifiziert, bewertet und Massnahmen zur Risikominderung ergriffen. Beachtet werden die Markt-­, Währungs-­, Kredit­-, Liquiditäts-­ und Geschäfts­risiken, welche die EKZ-­Gruppe daran hindern können, ihre qualitativen und quantitativen Unternehmensziele zu erreichen. Das Ergebnis der gruppenweiten Risikoanalyse wird einmal pro Jahr in einem Riskbericht zusammengestellt und dem Verwaltungsrat zur Kenntnis gebracht. Die wesentlichen Risiken aus dem Riskbericht werden auch als Information in der Erstellung des strate­gischen Prüfplans der Internen Revision beigezogen.

Internes Kontrollsystem

Das Interne Kontrollsystem (IKS) wirkt unterstützend bei der Einhaltung von internen sowie externen Gesetzen und Vorschriften, dem Schutz des Geschäftsvermögens, der Überwachung von Fehlern und Unregelmäs­sigkeiten sowie bei der Erfüllung der Anforderungen an die Buchführung und die finanzielle Berichterstattung. Die Einführung des gruppenweiten IKS wurde im Geschäftsjahr 2017/18 abgeschlossen. Dabei hat die EKZ-Gruppe die Kontrollprozesse in wesentlichen Unternehmens­prozessen und Geschäftsfeldern dokumentiert und beurteilt. Deren Qualität wird kontinuierlich überprüft und den veränderten Anforderungen angepasst. Über das Ergebnis dieses internen Bewertungsprozesses wird der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat jährlich Bericht erstattet.

Rechnungslegungsvorschriften

Die Rechnungslegung erfolgt in Übereinstimmung mit dem EKZ-Gesetz sowie den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAA P FER und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild (True and Fair View) der Vermögens-­, Finanz-­ und Ertragslage.

4000 Solaranlagen

Bezüge

Die Gesamtentschädigung an den Verwaltungsrat belief sich im Berichtsjahr auf 472 600 Franken. Die höchste Entschädigung an ein Verwaltungs­rats­mitglied betrug 83 600 Franken. Detaillierte Angaben zu den Verwaltungs­rats­honoraren finden sich im CR­-Report. Die Entschädigungen an die Mitglieder der Geschäftsleitung beliefen sich auf insgesamt 2.030 Millionen Franken.

Informationspolitik

EKZ informiert sämtliche Stakeholder aktiv, umfassend, zeitgerecht und kontinuierlich. Die jährlichen Unternehmensergebnisse werden ausführlich mittels Geschäftsbericht und Medieninformationen publiziert. Im Laufe des Geschäftsjahrs berichtet die EKZ-­Gruppe über ihre Innovationen und Dienstleistungen sowie über wichtige Aktivitäten wie Netzausbauten und Engagements für die Region. Sie informiert über aktuelle Ereignisse wie grössere Stromausfälle oder auch über Angebote wie das Förderprogramm für energieeffiziente Geräte. Der Internetauftritt ekz.ch bietet jederzeit eine aktuelle Übersicht über die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens.

Berichterstattung zur Nachhaltigkeit

Die Berichterstattung zur Nachhaltigkeit im EKZ-Geschäftsbericht folgt den Standards der Global Reporting Initiative (GRI). Ziel der GRI ist die internationale Standardisierung zur freiwilligen Berichterstattung über den ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungsausweis von Unternehmen.

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