111. Geschäftsbericht – Elektrizitätswerke des Kantons Zürich 18/19

Corporate Governance

Wahrgenommene Verantwortung

EKZ verpflichtet sich zu einer transparenten und fairen Unterneh­mensführung. Ethische Grundsätze und der respektvolle Umgang mit Ressourcen bestimmen das Handeln von EKZ.

Ziel und Grundlagen

Ziel der Corporate Governance ist eine möglichst effiziente, effektive und transparente Unternehmensführung im Interesse aller Stakeholder. Dazu gehört auch die Überwachung des Managements. Folgende Dokumente bilden die rechtliche Grundlage für die Corporate Governance von EKZ:

  • das Gesetz betreffend die Elektrizitätswerke,
  • des Kantons Zürich (EKZ-Gesetz),
  • die Verordnung über die Organisation und Verwaltung von EKZ (EKZ-Verordnung),
  • das Geschäfts und Organisationsreglement von EKZ (GO EKZ-Gruppe) mit Anhängen,
  • weitere Organisationsgrundlagen der operativen Geschäftsführung auf Basis anerkannter Regeln der Privatwirtschaft (z. B. Swiss Code of Best Practice).

 

Eigentümer

EKZ ist eine selbständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts. Der Kanton Zürich ist alleiniger Eigentümer von EKZ und stellt ein zu verzinsendes Grundkapital (§ 5 EKZ-Gesetz) zur Verfügung, das zurzeit nicht beansprucht wird. Über Beteiligungen gemäss § 11 EKZ­-Gesetz geben die Erläuterungen im Anhang zur Jahresrechnung Auskunft.

Die wesentlichen Elemente der Eigentümerstrategie sind im EKZ­-Gesetz festgelegt. Der Regierungsrat hat mit Beschluss Nr. 1197/2016 in Ergänzung zum EKZ­-Gesetz die Eigentümerstrategie für EKZ präzisiert. Dabei formulierte er strategische und wirtschaftliche Ziele sowie Erwartungen des Regierungsrats an EKZ. Gemäss den Richtlinien über die Public Corporate Governance (PCG-­Richtlinien vom 1. April 2014) erstellt die zuständige Fachdirektion des Regierungsrats jährlich für jede bedeutende Beteiligung einen Bericht über die Umsetzung der Eigentümerstrategie und unterbreitet diesen dem Regierungsrat zur Kenntnisnahme. Die zuständige Fachdirektion beurteilt dabei die strategischen und finanziellen Risiken und beantragt dem Regierungsrat gestützt darauf die notwendigen strategischen Festlegungen oder Korrekturmassnahmen.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat (VR) setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen. 2 Mitglieder delegiert der Regierungsrat direkt in den Verwaltungsrat, 13 werden durch den Kantonsrat gewählt. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre und deckt sich mit derjenigen des Kantonsrats. Die VR­-Mitglieder nehmen innerhalb der EKZ­-Gruppe keine Exekutivfunktionen wahr. Ihre Aufgaben basieren auf dem EKZ­-Gesetz sowie der EKZ­-Verordnung und orientieren sich an den Bestimmungen des Aktienrechts. Dem Verwaltungsrat obliegen die Festsetzung der Strategie und die Oberleitung des Unternehmens sowie die Überwachung der Geschäftsführung in Analogie zu Artikel 716a OR.

Verwaltungsratsausschüsse

Der Verwaltungsrat konstituiert sich selbst und wählt seinen Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Sekretär. Der Verwaltungsrat kann Ausschüsse bilden und diesen besondere Aufgaben und Kompetenzen übertragen. Es bestehen drei ständige Ausschüsse:

  • Der Leitende Ausschuss bereitet als Hauptaufgabe sämtliche Geschäfte des Verwaltungsrats vor und stellt diesem Antrag. Er überwacht zudem die Geschäftsführung der Geschäftsleitung.
  • Der Prüfungsausschuss hat zur Hauptaufgabe, ein umfassendes und effizientes Konzept für die externe und die interne Revision sicherzustellen. Er legt mit den Revisionsstellen die Revisionspläne fest und bildet sich ein eigenständiges Urteil über die durchgeführten Revisionen, die internen Kontrollsysteme sowie den Jahresabschluss. Überdies erlässt er Richtlinien zur Budgetierung, Rechnungslegung und Finanzierung.
  • Der Nominierungs- und Entschädigungsausschuss prüft und beantragt zuhanden des Verwaltungsrats die Bezüge seiner Mitglieder und der Ausschüsse sowie die Anstellung beziehungsweise Abberufung des CEO und der übrigen Geschäftsleitungsmitglieder. Zudem legt er die Anstellungsbedingungen und das Salärsystem für die Geschäftsleitungsmitglieder fest und beschliesst über das Salär und die jährlichen Ziele des CEO.

 

Kantonsrätliche Kommission 

Der Kantonsrat übt die Oberaufsicht über die EKZ­-Gruppe aus und hat sie dazu der Aufsichtskommission über die wirtschaftlichen Unternehmen (AWU) unterstellt. Diese nimmt Einsicht in VR-­Protokolle, lässt sich durch die Organe von EKZ regelmässig über den Geschäftsverlauf informieren und erstattet dem Kantonsrat Bericht. Die AWU ist je­weils für vier Jahre gewählt. Für die Amtsdauer 2019 bis 2023 setzt sich die AWU per 30. September 2019 aus folgenden Mitgliedern zusammen: Präsident André Bender, Oberengstringen, SVP; Vizepräsident Hanspeter Göldi, Meilen, SP; Isabel Bartal, Zürich, SP; Carola Etter-Gick, Winterthur, FDP; Astrid Furrer, Wädenswil, FDP; Barbara Günt­hard Fitze, Winterthur, EVP; Daniel Heierli, Zürich, Grüne; Stefanie Huber, Dübendorf, GLP; Thomas Lamprecht, Bassersdorf, EDU; Selma L’Orange Seigo, Zürich, Grüne, Orlando Wyss, Dübendorf, SVP.

Finanzkontrolle

Seit dem 1. Januar 2019 untersteht EKZ dem Finanzkontrollgesetz (FKG) des Kantons Zürich. Die Finanzkontrolle prüft den Finanzhaushalt des Kantons und erstattet dem Regierungsrat und dem Kantonsrat darüber Bericht. Sie unterstützt den Kantonsrat bei der Ausübung der Oberaufsicht und den Regierungsrat bei der Ausübung seiner Aufsicht. Die Aufsicht bezieht sich auf die Ordnungs- und Rechtmäs­sigkeit sowie die Wirtschaftlichkeit der Aktivitäten von EKZ. Im Berichtszeitraum fanden keine Prüfungen statt.

Externe Revision

Auf Antrag des Prüfungsausschusses wurde vom Verwaltungsrat die PricewaterhouseCoopers AG für ein weiteres Jahr gewählt.

Interne Revision

Die Interne Revision ist ein Führungsinstrument und unterstützt den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung bei der Erfüllung ihrer Überwachungs­- und Kontrollaufgaben. Jährlich sind jeweils eine bis zwei interne Prüfungen geplant. Die Prüfungsthemen ergeben sich aus dem strategischen Prüfplan, der von der Geschäftsleitung vorgeschlagen und vom Prüfungsausschuss des Verwaltungsrats genehmigt und mit eigenen Themen ergänzt wird. Ernst & Young agiert in der Funktion als interne Revisionsstelle der EKZ-­Gruppe.

Informations- und Kontrollinstrumente

Der Verwaltungsrat beziehungsweise seine Ausschüsse werden regelmässig durch die Geschäftsleitung über den Geschäftsverlauf und wichtige Ereignisse informiert. Sie verfügen vorab über folgende Instrumente zur Über­wachung und Kontrolle der Geschäftsführung:

  • Quartals-­, Halbjahres-­ und Jahresbericht
  • jährliche Genehmigung der strategischen Planung
  • jährliche Genehmigung des Budgets
  • Hochrechnungen des laufenden Geschäftsjahrs
  • jährliche Kenntnisnahme der Mittelfristplanung (5 Jahre)
  • Berichte und Managementletter der externe
  • Revisionsstelle
  • Berichte der Internen Revision
  • Riskbericht

 

Risikomanagement

Die EKZ-Gruppe betreibt ein auf die Bedürfnisse des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung ausgerichtetes Risikomanagement. Die Grundsätze der Risikomanagementpolitik werden vom Verwaltungsrat festgelegt. Die Geschäftsleitung ist verantwortlich für deren Konkretisierung und Umsetzung. Das Risikomanagement überwacht die Umsetzung der Risikogrundsätze.

Die EKZ­-Gruppe führt einmal jährlich ein strukturiertes und gesamtheitliches Risk Assessment durch. In diesem Prozess werden die wesentlichen Risiken identifiziert, bewer­tet und Massnahmen zur Risikominderung ergriffen. Beachtet werden die Markt-, Währungs­-, Kredit-, Liquiditäts- und Geschäftsrisiken, welche die EKZ-­Gruppe daran hindern können, ihre qualitativen und quantitativen Unternehmensziele zu erreichen. Das Ergebnis der gruppenweiten Risikoanalyse wird einmal pro Jahr in einem Riskbericht zusammengestellt und dem Verwaltungsrat zur Kenntnis gebracht. Die wesentlichen Risiken aus dem Riskbericht werden auch als Information in der Erstellung des strategischen Prüfplans der Internen Revision beigezogen.

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Internes Kontrollsystem

Das Interne Kontrollsystem (IKS) wirkt unterstützend bei der Einhaltung von internen sowie externen Gesetzen und Vorschriften, dem Schutz des Geschäftsvermögens, der Überwachung von Fehlern und Unregelmässigkeiten sowie bei der Erfüllung der Anforderungen an die Buchführung und die finanzielle Berichterstattung.

Nach der Einführung des Internen Kontrollsystems bei EKZ im Vorjahr ist das IKS nun in den operativen Betrieb übergegangen.

Seine Qualität wird kontinuierlich in Form von Walk­throughs überprüft und den veränderten Anforderungen angepasst. Über das Ergebnis dieses internen Bewertungsprozesses wird der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat jährlich Bericht erstattet.

Rechnungslegungsvorschriften

Die Rechnungslegung erfolgt in Übereinstimmung mit dem EKZ-Gesetz sowie den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild (True and Fair View) der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Bezüge

Die Gesamtentschädigung an den Verwaltungsrat belief sich im Berichtsjahr auf 455 600 Franken. Die höchste Entschädigung an ein Verwaltungsratsmitglied betrug 77  800 Franken. Detaillierte Angaben zu den Verwaltungsratshonoraren finden sich im CR-Bericht (www.ekz.ch/cr). Die Entschädigungen an die Mitglieder der Geschäftsleitung beliefen sich auf insgesamt 2.025 Millionen Franken.

Informationspolitik

EKZ informiert sämtliche Stakeholder aktiv, umfassend, zeitgerecht und kontinuierlich. Die jährlichen Unternehmensergebnisse werden ausführlich mittels Geschäftsbericht und Medieninformationen publiziert. Im Laufe des Geschäftsjahrs berichtet die EKZ-Gruppe über ihre Innovationen und Dienstleistungen sowie über wichtige Aktivitäten wie Netzausbauten und Engagements für die Region. Sie informiert über aktuelle Ereignisse wie grössere Stromausfälle oder auch über Angebote wie das Förderprogramm für energieeffiziente Geräte. Der Internetauftritt ekz.ch bietet jederzeit eine aktuelle Übersicht über die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens.

Berichterstattung zur Nachhaltigkeit

Die Berichterstattung zur Nachhaltigkeit im EKZ-Geschäftsbericht folgt den Standards der Global Reporting Initiative (GRI). Ziel der GRI ist die internationale Standardisierung zur freiwilligen Berichterstattung über den ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungsausweis von Unternehmen.

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