112. Geschäftsbericht – Elektrizitätswerke des Kantons Zürich 19/20

Corporate Governance

Klare Strukturen und Transparenz

EKZ verpflichtet sich zu einer transparenten und fairen Unter­nehmens­­führung. Ethische Grundsätze und der respekt­volle Umgang mit Ressourcen bestimmen das Handeln von EKZ.

Ziel und Grundlagen

Ziel der Corporate Governance ist eine effiziente, effektive und transparente Unternehmens­führung im Interesse aller Stakeholder. Dazu gehört auch die Überwachung des Managements. Folgende Dokumente bilden die rechtliche Grundlage für die Corporate Governance von EKZ:

  • das Gesetz betreffend die Elektrizitäts­werke des Kantons Zürich (EKZ-Gesetz),
  • die Verordnung über die Organisation und Verwaltung von EKZ (EKZ-Verordnung),
  • das Geschäfts- und Organisations­reglement von EKZ (GO EKZ-Gruppe) mit Anhängen,
  • weitere Organisations­grundlagen der operativen Geschäfts­führung auf Basis anerkannter Regeln der Privat­wirtschaft (z. B. Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance).

Eigentümer

EKZ ist eine selbständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts. Der Kanton Zürich ist alleiniger Eigentümer von EKZ und stellt ein zu verzinsendes Grund­kapital (§ 5 EKZ-­Gesetz) zur Verfügung, das zurzeit nicht beansprucht wird. Über Beteiligungen gemäss § 11 EKZ-Gesetz geben die Erläuterungen im Anhang zur Jahres­rechnung Auskunft.

Die wesentlichen Elemente der Eigentümer­strategie sind im EKZ-Gesetz festgelegt. Der Regierungs­rat hat mit Beschluss Nr. 1197/2016 in Ergänzung zum EKZ-Gesetz die Eigentümer­strategie für EKZ präzisiert. Dabei formulierte er strategische und wirtschaftliche Ziele sowie Erwartungen des Regierungs­rats an EKZ. Gemäss den Richt­linien über die Public Corporate Governance (PCG-Richtlinien vom 1. April 2014) erstellt die zuständige Fach­direktion des Regierungs­rats jährlich für jede bedeutende Beteiligung einen Bericht über die Umsetzung der Eigentümer­strategie und unter­breitet diesen dem Regierungsrat zur Kenntnis­nahme. Die zu­ständige Fach­direktion beurteilt dabei die strategischen und finanziellen Risiken und beantragt dem Regierungs­rat gestützt darauf die notwendigen strategischen Festlegungen oder Korrektur­massnahmen.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungs­rat (VR) setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen. Zwei Mitglieder delegiert der Regierungsrat direkt in den Ver­waltungs­­rat, 13 werden durch den Kantons­rat gewählt. Die Amts­dauer beträgt vier Jahre und deckt sich mit derjenigen des Kantons­rats. Die VR-Mitglieder nehmen innerhalb der EKZ-Gruppe keine Exekutiv­funktionen wahr. Ihre Aufgaben basieren auf dem EKZ-Gesetz sowie der EKZ-Verordnung und orientieren sich an den Bestimmun­- gen des Aktienrechts. Dem Verwaltungs­rat obliegt die Fest­­setzung der Strategie, die Ober­leitung des Unternehmens und die Über­wachung der Geschäfts­führung in Analogie zu Artikel 716a OR.

Verwaltungsratsausschüsse

Der Verwaltungsrat konstituiert sich selbst und wählt seinen Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Sekretär. Der Verwaltungs­rat kann Ausschüsse bilden und diesen besondere Aufgaben und Kompetenzen übertragen. Es bestehen drei ständige Ausschüsse:

  • Der Leitende Ausschuss bereitet als Haupt­aufgabe ­sämtliche Geschäfte des Verwaltungs­rats vor und stellt diesem Antrag. Er überwacht zudem die Geschäfts­führung der Geschäfts­leitung.
  • Der Prüfungs­­ausschuss hat zur Haupt­aufgabe, ein umfassendes und effizientes Konzept für die externe und die interne Revision sicher­zustellen. Er legt mit den Revisionsstellen die Revisionspläne fest und bildet sich ein eigenständiges Urteil über die durch­geführten Revisionen, die internen Kontrollsysteme sowie den Jahresabschluss. Überdies erlässt er Richtlinien zur Budgetierung, Rechnungslegung und Finanzierung.
  • Der Nominierungs- und Entschädigungs­ausschuss prüft und beantragt zuhanden des Verwaltungsrats die Bezüge seiner Mitglieder und der Ausschüsse sowie die Anstellung beziehungsweise Abberufung des CEO und der ­übrigen Geschäfts­leitungs­mitglieder. Zudem legt er die An­stellungs­bedingungen und das Salärsystem für die Geschäfts­leitungs­mitglieder fest und beschliesst über das Salär und die jährlichen Ziele des CEO.

Kantonsrätliche Kommission 

Der Kantonsrat übt die Ober­aufsicht über die EKZ-Gruppe aus. Die entsprechenden Aufgaben hat der Kantonsrat der Aufsichts­kommission über die wirtschaftlichen Unternehmen (AWU) zugewiesen. Diese nimmt Einsicht in VR-Protokolle, lässt sich durch die Organe von EKZ regel­mässig über den Geschäfts­verlauf informieren und erstattet dem Kantons­rat Bericht. Die AWU ist jeweils für vier Jahre gewählt. Für die Amts­dauer 2019 bis 2023 setzt sich die AWU per 30. September 2020 aus folgenden Mitgliedern zusammen: Präsident André Bender, Ober­engstringen, SVP; ­Vizepräsident Hanspeter Göldi, Meilen, SP; Isabel Bartal, Zürich, SP; ­Carola Etter-Gick, Winterthur, FDP; Astrid Furrer, Wädenswil, FDP; Barbara Günthard Fitze, Winterthur, EVP; Daniel ­Heierli, Zürich, Grüne; Stefanie Huber, Dübendorf, GLP; Thomas Lamprecht, Bassersdorf, EDU; Benjamin Walder, Wetzikon, Grüne; Orlando Wyss, Dübendorf, SVP.

Finanzkontrolle

Seit dem 1. Januar 2019 untersteht EKZ dem Finanz­kontrollgesetz (FKG) des Kantons Zürich. Die Finanz­kontrolle prüft den Finanz­haushalt des Kantons und erstattet dem Regierungs­rat und dem Kantons­rat darüber Bericht. Sie unterstützt den Kantons­rat bei der Ausübung der Ober­aufsicht und den Regierungs­rat bei der Ausübung seiner Aufsicht. Die Aufsicht bezieht sich auf die Ordnungs- und Recht­mässigkeit sowie die Wirtschaft­lichkeit der Aktivitäten von EKZ. Für den Berichts­zeitraum fand eine erste Prüfung statt.

Externe Revision

Der Verwaltungsrat hat als Externe Revision die Pricewaterhouse­Coopers AG für ein weiteres Jahr gewählt.

Interne Revision

Die Interne Revision ist ein Führungs­instrument und unterstützt den Verwaltungs­rat und die Geschäfts­leitung bei der Erfüllung ihrer Überwachungs- und Kontrollaufgaben. Jährlich sind jeweils ein bis zwei interne Prüfungen geplant. Die Prüfungs­themen ergeben sich aus dem strategischen Prüf­plan. Der strategische Prüfplan wird jedes Jahr mit Themen aus dem Risk Report, der Prozess­landkarte ergänzt. Die Geschäfts­leitung schlägt die Themen jeweils vor, und diese werden vom Prüfungs­ausschuss des Verwaltungs­rats genehmigt und mit eigenen Themen ergänzt. Ernst & Young agiert in der Funktion als Interne Revisions­stelle der EKZ-Gruppe.

Informations- und Kontrollinstrumente

Der Verwaltungsrat beziehungs­weise seine Ausschüsse werden regelmässig durch die Geschäfts­leitung über den Geschäfts­verlauf und wichtige Ereignisse informiert. Sie verfügen vorab über folgende Instrumente zur Überwachung und Kontrolle der Geschäfts­führung:

  • Quartals-­, Halbjahres-­ und Jahresbericht
  • jährliche Genehmigung der strategischen Planung
  • jährliche Genehmigung des Budgets
  • Hochrechnungen des laufenden Geschäftsjahrs
  • jährliche Kenntnisnahme der Mittelfristplanung (5 Jahre)
  • Berichte und Management­letter der Externen Revision
  • Berichte der Internen Revision
  • Riskbericht

Risikomanagement

Die EKZ-Gruppe betreibt ein auf die Bedürfnisse des Verwaltungs­rats und der Geschäfts­leitung ausgerichtetes Risiko­management. Die Grundsätze der Risiko­management­politik werden vom Verwaltungs­rat festgelegt. Die Geschäfts­­leitung ist verantwortlich für deren Konkretisierung und Umsetzung. Das Strategische Controlling & Risk überwacht die Umsetzung der Risikogrundsätze.

Die EKZ-Gruppe führt einmal jährlich ein strukturiertes und gesamt­heitliches Risk Assessment durch. In diesem Prozess werden die wesentlichen und relevanten Risiken mit Szenario­technik identifiziert, bewertet und Mass­nahmen zur Risiko­­minderung ergriffen. Beachtet werden relevante Markt-, Währungs-, Kredit-, Liquiditäts- und Geschäfts­risiken, welche die potenziellen negativen und positiven Plan­abweichungen von der Mittel­fristplanung betreffen. Das Ergebnis der gruppenweiten Risikoanalyse wird einmal pro Jahr in einem Risk Report zusammengestellt und dem Verwaltungs­rat zur Kenntnis gebracht.

Internes Kontrollsystem

Das Interne Kontrollsystem (IKS) wirkt unterstützend bei der Ein­haltung von internen sowie externen Gesetzen und Vorschriften, dem Schutz des Geschäftsvermögens, der Überwachung von Fehlern und Unregelmässigkeiten sowie bei der Erfüllung der Anforderungen an die Buch­führung und die finanzielle Berichterstattung.

Seine Qualität wird kontinuierlich in Form von Walk­throughs über­prüft und den veränderten Anforderungen angepasst. Über das Ergebnis dieses internen Bewertungs­prozesses wird der Geschäfts­leitung und dem Verwaltungs­rat jährlich Bericht erstattet.

Rechnungslegungsvorschriften

Die Rechnungslegung erfolgt in Übereinstimmung mit dem EKZ-Gesetz sowie den Fach­empfehlungen zur Rechnungs­legung Swiss GAAP FER und vermittelt ein den tatsäch­lichen Verhältnissen entsprechendes Bild (True and Fair View) der Vermögens-­, Finanz­- und Ertragslage.

Bezüge

Die Gesamt­entschädigung an den Verwaltungsrat belief sich im Berichtsjahr auf 444 700 Franken. Die höchste Entschädigung an ein Verwaltungsratsmitglied betrug 74 400 Franken. Detaillierte Angaben zu den Verwaltungsratshonoraren finden sich im CR-Bericht (www.ekz.ch/cr). Die Entschädigungen an die Mitglieder der Geschäfts­leitung beliefen sich auf insgesamt 2.120 Millionen Franken.

Informationspolitik

EKZ informiert sämtliche Stakeholder aktiv, umfassend, zeitgerecht und kontinuierlich. Die jährlichen Unternehmens­ergebnisse werden ausführlich mittels Geschäfts­bericht, Medien­informationen und sozialer Medien publiziert. Im Laufe des Geschäfts­jahrs berichtet die EKZ-Gruppe über ihre Innovationen, Produkte und Dienstl­eistungen sowie über wichtige Aktivitäten wie Netz­ausbauten und Engage­ments für die Region. Sie informiert zudem über aktuelle Ereignisse wie grössere Strom­ausfälle sowie über Angebote wie das Förder­programm für energie­effiziente Geräte. Die digitalen Kanäle wie das Themen­portal Blue, die EKZ-Website, News­letter sowie die sozialen Medien (Facebook, Instagram und Linked­In) bieten jederzeit eine aktuelle Übersicht über die Geschäfts­­tätigkeiten des Unternehmens.

Berichterstattung zur Nachhaltigkeit

Die Berichterstattung zur Nachhaltigkeit im EKZ-Geschäfts­­bericht folgt den Standards der Global Reporting Initiative (GRI). Ziel der GRI ist die internationale Standardisierung zur freiwilligen Bericht­erstattung über den ökonomischen, ökologischen und sozialen Leistungs­ausweis von Unter­nehmen.

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